Eine Lanze für Michael Jackson

Man kann von der Musik halten, was man möchte. Aber ich war erstaunt auf wie vielen Profilen und wie vielen Jappy-Tickern ich gestern und heute Einträge zu Michael Jacksons Todestag dem 25.06. gelesen habe. Einfache Beleidsbekundungen, Links zu Youtube-Videos, MJ Bilder aber auch Kritik. Denn einige sind der Auffassung, dass zu viel Jackson im Radio gespielt wird und der Hype zum Todestag eine reine Geldmacherei sei. Eine ähnliche Meinung war auch bei N-tv, Stern und der Süddeutschen zu lesen, wo es hieß, dass Jackson noch nie so erfolgreich gewesen sei wie im Jahr nach seinem Tod.

Aber auch wenn die Motive der Medien und Vermarkter offensichtlich nicht in jeder Hinsicht ehrenvoll sind, so begrüße ich persönlich jedoch das Bild, das von diesem Mensch post mortem gezeichnet wird und welches ich hier bei Jappy immer wieder mal antreffe. Ein Bild, das vor allem im Widerspruch zu der medialen Schändung steht, die ihm innerhalb der letzten Jahre widerfahren ist und die er sicherlich mit zu verantworten hat. Diese war allerdings schon so weit gediehen, dass die Glaubwürdigkeit des Mannes fast vollständig ausradiert war. Und auch ich habe mich dabei ertappt, wie ich mir die öffentliche Meinung von einem grotesk anmutenden, klapprigen 50jährigen mit zweifelhaftem Leumund zu eigen gemacht habe.

Obwohl folglich „This is it“ und alle anderen „Memorial“ Datenträger und Veranstaltungen finanziell ausgerichtet sind, leiste ich dennoch innerlich Abbitte zu meiner vorgefestigten Meinung. Nachdem Jahre lang lediglich eine Seite der sinnbildlichen Medaille „MJ“ gezeigt wurde, wurde auch mir wieder bewusst, dass es auch andere positiven Charakterzüge gegeben hat, die diesen Mann angetrieben haben und die jetzt erst wieder gezeigt werden. Sein Ziel war es seine Fans mit dem ihm mitgegeben Talent zu unterhalten und manchmal auch die Richtung zu weisen – soweit man dies als Musiker kann. Denn Musik war und ist nicht immer nur Konsumgut. Sie gab und gibt vielen Hoffnung, Perspektive und Zeit zum Träumen. Das war das, woran Jackson glaubte. Wenn es folglich um das Unrecht ginge, das diesem Menschen widerfahren ist, könnte man nicht genug seiner Filme und Musik spielen. Daher halte ich es mit dem MJ-Tribute-Hype wie mit den Vuvuzelas: geduldig ausharren, da alles seine Zeit hat – es gibt schlimmeres, was uns täglich aus dem Radio oder Fernsehen anspringt 🙂

Eine Reaktion zu “Eine Lanze für Michael Jackson”

  1. Rmann

    Sehr gut geschrieben, bin vollkommen Deiner Meinung, Er (MJ) war und bleibt eine herrausragende Persönlichkeit, der, wie wir alle, Fehler gemacht hat, und doch so viel Gutes für andere Menschen getan hat. Er hat Musikgeschichte geschrieben, und das wird für ewig sein.

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