Schulabgänger kaum noch Interesse an Studium

Bildung schützt vor Arbeitslosigkeit, sagt man, aber dennoch verzichten viele Schulabgänger auf ein Studium. Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) vergleicht in ihrem jährlichen Bildungsbericht die 30 wichtigsten Industrienationen der Welt miteinander. Dabei wird klar, eine gute Ausbildung schützt am besten vor Arbeitslosigkeit. Nur 34 Prozent der Schulabgänger in Deutschland beginnen ein Studium.

Ein Hochschulstudium schützt in allen Industrienationen der Welt am besten vor Arbeitslosigkeit und sichert zugleich ein deutlich höheres Einkommen. Nach der Studie liegen allein in Deutschland die Einkommen von Akademikern im Schnitt um 75 Prozent über denen von Beschäftigen mit betrieblicher Berufsausbildung. Investitionen in die Bildung bringen auch dem Staat mehr, in Form von wirtschaftlichem Wachstum und höhere Steuereinnahmen.

Bild: pixelio

Leider nehmen Schulabgägner, trotz erheblicher Verbesserungen in den vergangenen Jahren, noch immer zu selten ein Studium auf. Auch der Abbruch des Studiums ist nach wie vor sehr hoch. „Zwar konnte in der Bundesrepublik der Anteil junger Menschen, die ein Studium aufnehmen, auf 43 Prozent gesteigert werden. In vielen anderen OECD-Staaten und wirtschaftlichen Konkurrenten Deutschlands sind dies jedoch bereits weit über 50 Prozent.“ Wobei aber in der 43-Prozent-Quote Gaststudenten aus Nicht-EU-Staaten mit eingerechnet wurden.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sagte dazu: „Wir haben unser Geld richtig ausgegeben. Dies gilt ganz besonders für den Hochschulpakt, in den Bund und Länder seit 2007 eine Milliarde Euro investiert haben, damit 90.000 junge Menschen zusätzlich ein Studium aufnehmen können.“ Bis 2015 stehen für weitere 270.000 Studienanfänger noch einmal 3,6 Milliarden Euro für ein Studium zur Verfügung.

Quelle: ntv.de

4 Reaktionen zu “Schulabgänger kaum noch Interesse an Studium”

  1. helmi

    Ich bin ja der Meinung, dass 43 % nicht gerade auf mangelhaftes Interesse schließen lässt. Irgendwer muss auch noch Häuser bauen und Bankschalter bedienen.. und dazu wäre ein Studium wohl eher hinderlich, vergesst das nicht 😉

  2. solaris365

    Das Interesse am Studium ist die eine Seite der Münze. Die andere stellt sich so dar: Wer finanziert das Studium?
    Es sind Studiengebühren zu zahlen. Wer kein Bafög bekommt, muss sich gleich eine beachtliche Schuldenlast auf
    die Schultern laden. Es sei denn, die Eltern können und wollen eine finanzielle Unterstützung geben. Das Studium
    selbst erfährt eine zeitliche Belastung und gegebenenfalls auch eine qualitative Beeinträchtigung wenn der Student
    jobben muss, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen.
    Überfüllte Hörsäle sind auch kein Anreiz, ein Studium bis zum Ende durchzuhalten.
    Grundsätzlich soll ein Abiturient sich überlegen, für welchen Beruf er sich geeignet fühlt. Kann er sein Berufsziel
    mit oder ohne Studium erreichen. Ein Studium nur des Studierens willen macht keinen Sinn.
    Es gibt viele Berufe, in denen man Erfolg haben kann auch ohne Studium.

  3. Simone

    @solaris365: Da hast du natürlich recht. Die finanzielle Belastung ist ein großes Problem. Es werden wohl erst mehr junge Leute studieren, wenn sich da etwas verbessert.

  4. willywest

    wohl erst mal studieren .und dan natürlich über die eltern finaziele absichern.

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