Geistiges Eigentum im Web 2.0

Die Wellen der Diskussionen in den Feuilletons, auf den Websites und in den Verwertungsgesellschaften schlagen seit Jahren immer wieder hoch. Ob es um die populistische Kulturflatrate oder um Googles Book Search geht – der Begriff des geistigen Eigentums erodiert. Auf der anderen Seite reift die „Sharing-Kultur“ des Internets, die Mashups und Collagen als zeitgemäßes ästhetisches Modell – allerdings wird nur innerhalb der eigenen Szene geteilt. Die Komplexität des Urheberrechts erhöht sich enorm, und logischerweise hinkt die Gesetzgebung den Ereignissen hinterher. Das ist die eine Seite. Die andere ist: Das geistige Eigentum verlangt nach Verbreitung. Und die ist fast nicht mehr zu kontrollieren. Die Technik hat die Art und Weise, wie die Menschen Welt erfahren, stark verändert. Und sie wird die Distribution und Rezeption von Kunst, besonders von Literatur und Musik, weiter umwälzen.

Wie ist Eure Meinung dazu? Bei Jappy können – wie bei anderen Sozialen Netzwerken – Inhalte eingebunden werden. Sei es das Urlaubsbild oder eine Grafik für ein Gästebuch. Darf man diese Funktionen (hotlinking) präventiv verbieten, oder muss nach anderen wegen gesucht werden Eigentum zu schützen?

Quelle: netzpolitik.org

2 Reaktionen zu “Geistiges Eigentum im Web 2.0”

  1. udo

    Geistiges Eigentum schützen zu wollen im www ist ein Ding der Unmöglichkeit.
    Wenn z.B. ein Chinese in mandarin meine eigenen Aphorismen verwendet mit seinem Namen, wie soll ich das feststellen können ? Ich müßte jemand kennen, welcher mandarin versteht usw. – nein, dafür sind wir alle zu dumm ;-).
    Wie kann ich andererseits beweisen das z.B. folgender Aphorismus „Mit der Wahrheit ist es oft wie mit den Märchen, welche man Kindern von Verstand erzählt (man glaubt sie nicht, aber wehe dann man erfährt sie am eigenen Leib …).“
    – ist mir gestern abend eingefallen –
    Jeder kann mein geistiges Eigentum verwenden – nur ist es törricht halt mit falschen Namen.
    Aber jetzt wirds noch komplizierter. Ohne den Aphorismus
    „Weise Leute behaupten, die nackte Wahrheit ist ungewöhnlicher wie die kühnste Fantasie. Die weisen Leute haben Recht. ( Bohdan Arct in „Kamikaze“ ),
    wäre ich gar nicht auf meinen Einfall gekommen – ich habe ja im Grunde dann auch geistiges Eigentum erstmal gestohlen, oder ?

  2. Daniel Schiefers

    Wirklich schützen lässt sich „geistiges Eigentum“ in den Social Networks ja leider nicht.
    Ich persönlich veröffentliche in verschiedenen Networks öfter eigene Kurzgeschichten, Gedichte, Sprüche, usw und habe mich auch schon desöfteren gefragt, ob und wie ich solche Beiträge schützen kann oder, wie ich in einem eventuellen Streitfall mein Urheberrecht geltend mache.
    Grundsätzlich sollte man wohl einfach sehr genau darauf achten, was man und wie lange man etwas öffentlich preisgibt.

    Textbeiträge können immer irgendwie (und sei es durch simples Abschreiben) kopiert werden, lassen sich also auch eigentlich garnicht schützen.
    Die Vervielfältigung von Fotos/Bildern könnte allerdings schon verhindert oder zumindest erschwert werden, indem man den Web-Browsern die Funktion nimmt, Bilder aus dem Netz auf der Festplatte zu speichern. Aber auch hier sollte zunächst vielleicht einmal eine sorgfältigere Auswahl getroffen werden und meines Erachtens nach, sollte man schonmal allein aus Sicherheitsgründen verbieten, Fotos von Minderjährigen in einem Social Network zu posten.

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