Glasklar? Klarnamen bei Jappy

Schon lange ist es ein Thema:  Wie viel Anonymität braucht der Mensch in Social Communitys und wie viel will er? Die Diskussion, nicht zuletzt auch im Forum des Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit über die  Jappy-Pressemeldungen (07/2009) geführt, ist nach wie vor heiß umstritten.  Ein Teil der Netzwerke setzt von Anfang an auf vermeintlich „echte“ Namen, um Wildwuchs vorzubeugen – nicht ohne damit manchmal auch Skurriles zutage zu fördern.  Andere schützen Jugendliche und Nutzer gezielt durch die Verwendung von Pseudonymen. Man kann jedoch nicht mit einer Methode die Bedürfnisse und Anforderungen der gesamten Nutzerschaft befriedigen. Daher liegt die Lösung auf der Hand:  Mehr Selbstbestimmung – so können nun auch bei Jappy Klarnamen neben dem Pseudonym eingepflegt werden. Wer nicht möchte, muss nicht. Durch die  freiwillige Angabe der Daten und die Möglichkeit diese nur für bestimmte Personenkreise sichtbar zu machen, werden die geschützt, die Wert auf Anonymität legen.  Der unbesorgtere Umgang  ermöglicht hingegen das Finden von Freunden, Schulkameraden und Bekannten über Vor- und Zunamen und eröffnet neue Perspektiven.

Ein weiteres Argument für Klarnamen ist die Einprägsamkeit. Während man sich den Max Mustermann (um bei diesem Paradebeispiel höchsten Einfallsreichtums zu bleiben) leicht merken kann, fällt es oft schwer nach einer langen Nacht sich an den Nicknamen des Gesprächspartners zu erinnern – um so mehr, wenn er mit mehreren „X“ und Binde-, Unter- und Querstriche sowie anderen Sonderzeichen beginnt, endet, oder sie beinhaltet. Da stellt sich oftmals die Frage: ‚ War es „-MAx__themuster__MAx-“ oder doch lieber mit Bindestrich dazwischen? ‚. Entgegen vieler Annahmen sind zum Glück Groß- und Kleinschreibung bei Jappy nur aus kosmetischen Gründen zu berücksichtigen und haben auf das Finden des Nutzers keine Auswirkung. In Zukunft lässt sich also wieder einfach sagen „ich bin die Martina aus Berlin“ , anstatt mit Sonderzeichen Konfusion und „???“  beim Gegenüber hervorzurufen.

Der Erfolg: Knapp eine Woche nach Einführung nutzen bereits über 150.000 User die Funktion – und die Zahl wächst weiter. Neben vielen echten Namen, sammeln sich natürlich auch wie erwartet viele „Familienmitglieder“ der Familie „Lustig“. Interessanter Weise heißen die meisten sogar „Peter“ mit Vornamen. Dennoch zeigt die  Akzeptanz der Funktion durch die Nutzer den Wunsch nach mehr Kontakten oder Kommunikation,  aber auch das Bedürfnis nach mehr Datenschutz. Beides ist Richtungsweisen hin zu mehr Eigenverantwortung des Nutzers im Umgang mit Daten und der Entscheidung, welche Bereiche der Biographie sensibel sind und welche veröffentlicht werden können.

Daher interessiert es uns wie Ihr mit dem Thema Datenschutz umgeht? Was ist für Euch wichtig und was sind Eure Erfahrungen?

Und last but not least ein heißer Tipp: Bevor weitere Cousins und Cousinen des Löwenzahnvaters erscheinen, sollte man lieber keinen Namen einpflegen. Das Ändern gestaltet sich nicht ohne Hintergedanken schwierig 🙂

8 Reaktionen zu “Glasklar? Klarnamen bei Jappy”

  1. HAGINATOR

    Zitat :“Daher interessiert es uns wie Ihr mit dem Thema Datenschutz umgeht? Was ist für Euch wichtig und was sind Eure Erfahrungen?“

    Halli Hallo 😉

    Also ich finde Datenschutz zwar wichtig, aber in einem Netzwerk wie Jappy, möchte ich mit jemanden kommunizieren, der fast „real“ ist.

    Es ist doch so, gehe ich auf ein Profil was nicht wirklich gepflegt ist, das heißt kein Profilbild, keine personbezogene Daten „Größe, Familienstand etc“, verlasse ich es meistens wieder, denn es fehlt irgendwas.

    Man weiß nicht wer da hinter steckt, ist unsicher.

    Findet man nun ein Profil, was sehr gut ausgebaut ist, Bilder, Daten und vielleicht auch eine interessante „Meine Seite“ fühlt man sich wohler und schreibt bei Interesse an, vielleicht auch aus dem Grunde mehr von den bereits „verratenden“ zu erfahren.

    Ich selber gebe meine „Jappy- Mitmenschen“ sehr viel Preis, sei es nun „meine Seite“, meine Partnerin, oder der Schullebenslauf.

    Denn ich bin echt der Meinung, das es dazu gehört, man möchte Vertrauen und Ehrlichkeit von seiner Chatbekanntschaft, drum sollte man dieses auch geben.

    Der Realnamen mit Nachnamen, gut ist schon eine eigene Sache, denn mit Namen kann man grade im Internet viel anfangen.

    Drum ist diese Funktion für die auf der Freundesliste stehende Personen gut,
    denn diese vertraut man ja und da ist es auch okay.
    Deshalb werde auch ich meinen „Realnamen“ für meine Freunde einsichtbar machen.
    Aber gleich jeder muss ihn nicht unbedingt sehen.

    Desweiteren bin ich auch der Meinung, wer im Internet ist, kann nicht verlangen alle Daten zu schützen, es fängt ja eigentlich schon beim „Alter“ an, was aber wiederrum wichtig ist, grad für den Jugenschutz.

    Denn wie sollte sonst eine 14. Jährige Userin wissen wie alt der anschreibende männliche User ist.

    Bevor ich aber nun wieder ein mehrseitiges Buch schreibe,
    mache ich schluss, bis bald :D.

  2. -Sunny-boy-

    Ich finde es ne Schweinerei, das man seinen Namen danach nur über die kostenplfichtige Hotline ändern kann und diese kostet 2 Euro die Minute.
    Ein weiterer Schritt zum kostenplfichtigen Jappy ist getan 😉

  3. non_nomenklatur

    Du kannst auch das Alter faken! Brauchst ja nur eine falsche Geburtsdaten-Angabe machen – WER bitte soll das kontrollieren KÖNNEN – NIEMAND!

    Daher ist echt sehr lange auch bei sogenannten *Freunden* Vorsicht geboten! Telefonte können dem abhelfen! Aber sonst…..

    Grundsätzlich bin ich auch deiner meinung, und wäre erfreut über EHRLICHE EHRLICHKEIT – aber das wird wohl ein Wunschtraum bleiben – auch bei Jappy 🙁

    LG non-nomenklatur

  4. steinbock1982

    naja.Name hin,Name her.

    wenn ich dann „Glarnamen“ lese wie Bunnyfurz oder ich bin sexy…dann muss ich mich Fragen ob ich einer der wenigen
    bin der dort auch seinen echten Namen angegeben hat.

    Finde es jedenfalls ne Schweinerei das viele dort nir Mist hinschreiben und das macht die Sache an sich wieder komplett
    überflüssig.

    Fakes bei vielen Bilder,beim Alter und nun auch bei den Namen.es ist einfach kotzig 🙁

  5. steinbock1982

    Naja.

    Die Funktion is total für den allerwertesten…

    Wenn ich sehe was die meisten für Namen angeben dann muss man sich schon Wundern.

    Es gibt Fakefotos,gefakte Altersangaben und nun auch Namen die keiner braucht….

    Dagegen sollte auch vorgegangen werden

  6. solaris365

    Bereits in der Kategorie „Allgemein“ habe ich zum Thema „Privatsphäre“ und anderswo meine Anmerkungen gemacht.
    Hier beschränke ich mich auf die Feststellung, dass niemand verpflichtet ist, seinen Realnamen etc. preis-
    zugeben.

  7. KingCologne

    Also den Klarnamen nun einpflegen zu können ist auf jeden Fall eine tolle Sache. Danke dafür! 🙂

    Einen kleinen Wermutstropfen stellt allerdings die fehlende Möglichkeit dar Accents zu verwenden.

    In meinem Fall (René) war es demnach also leider nicht möglich den „accent aigu“ zu verwenden und fehlt daher nun.
    Nun löst dies jetzt sicherlich keine Lebenskrise bei mir aus, doch gerade bei so etwas persönlichem wie dem eigenen Vornamen, ist man ja denn doch irgendwo recht pingelig was die korrekte Schreibweise betrifft..;)

    Wenn´s da für euch also ne Möglichkeit gibt, die Striche nach zu rüsten, habt ihr euch ohne Frage nen festen Platz in meinem Nachtgebet verdient..;):p

    Danke! 🙂

    @-Sunny-boy-

    Was soll der Quark?

    Du kannst Deinen Klarnamen 2x eingeben bevor Du erst die Hotline bemühen musst.
    Also wenn Du es beim zweiten Versuch immer noch nicht geschafft hast Deinen
    eigenen Namen korrekt in eine Maske einzugeben, ist das mal echt Dein Pech.

    Es hat einen guten Grund warum es nach der 2ten Eingabe nicht mehr so ohne Weiteres möglich ist den Namen
    nach belieben zu ändern.

    Und mal abgesehen von der Klarnamen Änderung, läuft der Rest wie gehabt auch weiterhin über den schriftlichen Support.
    Die Hotline stellt als persönlichen Service lediglich eine bequeme & schnelle Alternative dar, welche Du nicht nutzen musst.

    Und wenn Du Dich nur mal ein klein wenig mit der Unternehmensphilosophie, dem Geschäftskonzept sowie Werdegang von Jappy befasst hättest, würdest Du sicherlich nicht so einen Blödsinn von Dir geben wie das angeblich ein weiterer Schritt zu einem kostenpflichtigen Jappy getan sei.

    Liebe Grüße!

    René

  8. Peter Lustig

    Erm nur mal so nebenbei nen Auszug aus den Jappy AGB’s:

    §5

    4. Sie verpflichten sich, keinerlei Information in Ihrem Profil zu veröffentlichen, die ZU IHRER IDENTIFIZIERUNG FÜHREN KÖNNTE, z.B. Ihren richtigen Namen…

    also ich bin da irgendwie der Auffassung damit jeder der seinen Klarnamen bei Jappy angibt, eigentlich gegen deren AGB’s verstößt… von daher hab ich vollstes Verständnis für die vielen fakenamen 😉

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