Pseudonym im Netz: Ja oder Nein?


Gerade brodelt es ja wieder um die Verwendung von Pseudonymen und Klarnamen im Internet und besonders in sozialen Netzwerken. Bereits in einem früheren Blog-Beitrag zeigte Jappy die Vor- und Nachteile auf.

Aktuell wird diskutiert, ob in Zukunft nur noch Klarnamen im Netz verwendet werden sollten. So wolle man besser Spammer, Spinner oder Kriminellen vorbeugen. Das könnte in manchen Fällen helfen, häufig aber auch ohne Erfolg bleiben. Denn wer kann schließlich prüfen, dass der angebliche Klarname auch der tatsächliche Name der Person ist? Vielmehr wählen doch Täter gerade dann einen harmlos klingenden, scheinbar echten Namen, wenn sie andere z.B. mit Phishing-Seiten ködern wollen. Oder sie verstecken sich hinter der Identität einer anderen Person. Hier sind also zusätzliche, wirksamere Methoden zur Kontrolle und Prävention notwendig. Warum das Interesse an Klarnamen dennoch so groß ist, lässt auch andere Gründe vermuten.

Bei Jappy verwenden die User Pseudonyme bzw. Nicknamen, um sich auf der Plattform zu bewegen – inwiefern dieser den echten Namen ganz oder teilweise enthält, bleibt jedem selbst überlassen. Nicknamen sind kreativ, machen Spaß und sagen auf bestimmte Weise auch wieder etwas über die Person aus. Noch immer kann beobachtet werden, dass sich User mit Nickname freier fühlen, schneller Kontakte knüpfen und sich austauschen. Inzwischen werden bei Jappy beide Möglichkeiten, also sowohl Nickname als auch Klarname, angeboten. Das entspricht auch dem Grundsatz der Datensparsamkeit: Niemand, der das nicht ausdrücklich möchte, muss seinen Namen angeben. Wer sich dafür entscheidet, kann ihn selbstverständlich durch Privatsphäre-Einstellungen schützen.

Nur noch Klarnamen oder weiterhin auch Nicknamen im Netz – wie steht ihr dazu?

Links zum Thema:
sueddeutsche.de
spiegel online

17 Reaktionen zu “Pseudonym im Netz: Ja oder Nein?”

  1. mark_k74

    Nun auch wenn Politiker sich dies wünschen werden die welche etwas unerlaubtes tun möchten dies tun und keine korrekten Angaben machen von daher halte ich Klarnamen im WWW für gefährlich.
    Sie helfen nur denen die anderen Schaden wollen sei es Stalker oder Phisher oder andere Kriminelle leichter ihre Opfer zu finden
    und sich auch in anderen Communitys an ihr Opfer heran zumachen.
    Wer glaubt so mehr Sicherheit zu schaffen unterliegt einem Irrtum.
    Anonymität ist kein Verbrechen und es geht niemanden etwas an das ich nichts zu verbergen haben.

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bericht-Dresdner-Polizei-wertete-schon-2010-Handydaten-aus-1284480.html
    http://www.pressebox.de/pressemeldungen/secura-gmbh/boxid/436852

    PS nur weil ich paranoid bin heißt das nicht das dich keiner überwacht.

  2. Mr_Peace

    Also ich finde das echt sch****.. warum sollten alle wissen wie ich heiße!? dann hab ich ja gar keine privatsphäre mehr im netz..

    aber prüfen ,ob es der richtige name ist, könnte man es mit dem neuen personalausweis..

  3. 1-suesseblonde-

    wenn Klarnamen Pflicht werden sollten, dann bin ich kompl. aus dem Internet verschwunden…als ich vor fast 10 jahren begonnen habe, mich hier „einzunisten“ da habe ich sofort alle Einträge in Telefonbüchern löschen lassen und auch meine eMail-Adressen geben keinen Aufschluss überr meinen realen Namen… das hat nach meiner Ansicht NIEMAND zu interessieren, so lange ich es nicht freiwillig jemand mitteile

  4. Kendor

    Ist natürlich aberwitzig. Ich hab seinerzeit schon vollkommen fassungslos gesehen, dass die Stifung Warzentest bei einem Test sozialer Netzwerke Klarnamen als Qualitätsmerkmal verrechnete.

    Soll ich vielleicht auch noch Adresse, Telefonnummer und vielleicht meine Kontodaten veröffentlichen, damit all die Spinner, Spammer, Frustrierten und sozial Verkümmerten einen Freifahrtschein haben, um meine Familie und mich zu bedrängen?

  5. Schadowitz

    Eine Klarnamenpflicht im Netz geht ja mal gar nicht. Das wäre ja so, wie eine GPS-Namensschildpflicht in der Öffentlichkeit mit.
    Jeder muss selbst entscheiden können, wieviel er von sich preisgibt und was er wahrheitsgemäß angibt und unter welchen Pseudonymen und Profilen er unterwegs ist. Das steht inzwischen glücklicherweise sogar im Grundgesetz.
    Communitys und andere Webseiten, die trotzdem eine Klarnamen- und/oder ein-Mensch-ein-Profil-Strategie fahren, sollten sich nicht wundern, wenn sich die Nutzer mit falschen Informationen selbst vor den Betreibern schützen.

  6. tokessa1995

    jeder sollte es selbst entschheiden können was er preis gibt oder nicht- sollte es pliicht werden dann aber ohne mich

  7. Keemo

    „Nur noch Klarnamen oder weiterhin auch Nicknamen im Netz – wie steht ihr dazu?“

    Persönlich glaube ich, das es nicht immer vom Vorteil ist, seinen richtigen Namen öffentlich anzugeben,
    sofern es sich um Communitys wie Jappy handelt.

    Zu einem hat die Vergangenheit gezeigt, wie schon im Artikel angesprochen, das dann halt eine 2.Identität angelegt wird, zum anderen sind die meissten Verfahren nicht unbedingt sicher.

    Und nicht jede Seite wie etwa Jappy, geht so sicher und führend mit den Datenbeständen der eigenen User um.

    So wird in Facebook zum Beispiel gerne die Werbung direkt auf den User zugeschnitten (was evtl. Vorteile haben möge, für die die daran verdienen, aber nicht unbedingt für den User immer selbst), zum anderen werden auf anderen fragwürdigen Seiten angegebene Datensätze unter der Hand verkauft (bzw. man legt schon bei der Registrierung seine Privatsphäre ab, weil viele nicht mal die AGBs oder sonstiges lesen.)

    Es gibt ja mehrere Internetseiten im Netz
    (hauptsächlich für den Bereich in den amerik. Staaten), die es ermöglichen Fakedaten komplett auf einmal zu erstellen, samt Emailadresse/Wohnort u.s.w.

    So lassen sich viele Systeme leicht umgehen auch für Laien.

    „Hier sind also zusätzliche, wirksamere Methoden zur Kontrolle und Prävention notwendig. “ – ist es das wirklich?

    Es gibt schon seit langem vor den neuen Personalausweis die Methode des Post-Ident Verfahrens,
    was einem recht sicheren Ablauf gewährt – und auch zum Glück von Jappy genutzt wird.

    Google+ zum Beispiel lässt eine Registrierung nur zu, wenn man den Klarnamen angibt (bzw. bei einem Nicknamen oder Pseudonym kann der Account auch gesperrt werden.) Im Moment haben jene noch steigende Nutzerzahlen, da es in „Konkurrenz“ zu Facebook zu stehen scheint (bzw. von vielen so aufgefasst wird o. evtl. sogar ist).

    Aber auch hier kann man sich sicher sein, das jene Nutzerzahlen irgendwann stagnieren werden (oder wie bei anderen irgendwann mal rückläufig werden.)

    Ich denke, das ein Pseudonym fest in der Geschichte des Internets verankert sein muss, denn die meissten Menschen streben nach Einzigartigkeit und Invidualismus. Ich lasse jetzt mal wissenschaftliche Beiträge aussen vor (wobei es da aber ja im Interesse des Veröffentlicher ist).

    So wie man Arbeit und Privates trennt, so sollte man auch im Netz verfahren.

    Wer zum Beispiel unter seinen Klarnamen die Party-Fotos von letzter Nacht, halbnackt besoffen mit paar anderen halbnackten „Deppen“ ;o) online stellt (und sie nicht zusätzlich vor Dritten absichert), darf sich auch nicht wundern, wenn findige Chefs vor der Bewerbung doch mal gerne den betreffenden Bewerber googlen und sich gegen ihn entscheiden.

    Klarnamen gerne – aber wenn dann nur auf freiwilliger Basis. Das System was Jappy verwendet ist einfach zu verstehen und einzustellen – meiner Meinung nach bedarf dies keiner Änderung.

    Dem anzumerken sei, das dieser große Medienrummel nur durch die Aussage der Schwester von Marc Zuckerberg und dem gleichzeitigen Ändern Seitens Google+ so in Veruf geraten ist, bzw. erst so hochgepusht worden ist.

    Schon allein das Grundgesetz, verhindert zumindest in Deutschland noch, solche massivsten Änderungen die auf die Privatsphäre zugreifen. Sicherlich werden einige andere Communitys jenes mal antesten werden bzw. umsetzen (Hausrecht greift ja nochmals seperat im Bedarfsfall, so lang es eine Ergänzung zum Grundgesetz treu bleibt) – über dann sinkende Userzahlen brauchen die sich aber dann nicht beschweren.

    Wenn ein Betreiber für sich, sicher gehen möchte, das hinter einem Pseudonym mit Foto genau die angegebene Person steckt, gibt es immer ja noch das PostIdentVerfahren, oder die Verfahrensweise Cambild + Zettel mit Datum und Nickname, wobei letzteres zwar keine 100prozentige Sicherheit bietet bzw. sich austricksen lässt, wenn man eine 2.Person hat die auf das Pseudonym zutrifft, aber das sollte bei den wenigsten so sein) 🙂

    Noch als letzten Standpunkt:
    In Deutschland herschen zum Glück nicht solche Zustände (auf das Internet und die Meinungsfreiheit gesehen) wie in China oder einem Teil Koreas – aber dort zum Beispiel (abgesehen von den Verhöhr-/ Nachweismethoden) kann es teils schon sehr riskant (wenn nicht sogar tödlich) sein, unter dem Klarnamen eine sachliche/konstruktive Meinung vllt. gegen den Staat/Diktatoren zu nennen, so das ein Nickname (der jetzt nicht gegen geltendes Recht verstößt), doch immer ein Teil „Freiheit“ bedeutet, wie Meinungsfreiheit und Pressefreiheit (ohne Angst zu haben, Schaden davon zu tragen).

    Keemo

  8. Zwo

    Ich finde, die Klarnameneinstellungen bei Jappy können vielfältig genutzt werden. In Kombination mit der Einstellungen für z.b. den Wohnort kann dies bei richtiger Einstellung zur Folge haben, dass nur Freunde Namen und Wohnort sehen können 🙂
    Die Freunde wiederrum bestimmt man selber -> hat also volle kontrolle.

    Grüße,
    Zwo

  9. Stille_Wasser

    Wenn man bedenkt, dass für eine Online-Bestellung ein Name mit einem passendem Geburtsdatum ausreicht (der tatsächliche Wohnort muss nicht nachgewiesen werden!) steht mit der Nennung von Klarnamen Betrügern jede Tür weit weit offen…
    Also wäre die Pflicht zur Angabe von Klarnamen im gewissen Sinne auch die öffentlich Einladung zur Internetkriminalität.

  10. Phys_X

    Ob und wo ich meinen Realnamen angebe,möchte ich noch Selbst entscheiden.

    Dazu kommt noch,das es viele Namen mehrmals gibt und auch sehr Lange Namen…

    Und die Buchstaben für nen “ Nick“ sind ja eh begrenzt. (Überall)

    Dazu kommt ausserdem das man mit Realnamen Kriminellen Tür und Tor öffnet.Können auch gleich Geburtsdatum und Adresse mit angeben damit es solche besonders schwer haben…

    Man sollte darüber nachdenken Profile ( Wo auch immer ) erst dann komplett freizuschalten ,wenn sich der User/in durch eine Personalausweis-Legitimation Legitimiert hat… Wäre wohl Effektiver weil die Mühe machen sich “ Unechte“ wohl kaum.

    Wer auch immer den Vorschlag hatte nur noch Realnamen zu gewähren: Einfach nur Mist… 😉

  11. B. Dehne

    Tatsache ist auch, daß es den Betreibern offenkundig egal ist, wie ich mich anmelde. Allein die Angabe meiner email Adresse reicht aus, um durch lukrative Verkäufe selbiger Einnahmen zu erzielen, während ich den Datenmüll zu entsorgen habe.

    Natürlich habe ich ein Recht auf Privatsphäre, die gleichzeitig nur dann erhalten bleibt, wenn ich kein Bild in mein Profil hineinsetze oder mit Bild ein Profil gestalte, das bewußt öffentlich gehalten ist. Allerdings mag es Jappy nicht, wenn hier Individualität an den Tag gelegt wird. Derartige Bilder werden als „Spaßbilder“ bezeichnet, da es offensichtlich darauf ankommt, eher Kontakte der besonderen Art zu vermitteln, ermöglichen usw.

    Der Nickname ist allerdings für viele Jappy-Nutzer ein Synonym für anonymes Kontakte knüpfen, auch um hier (virtuell) Phantasien und Neigungen auszutauschen, was gleichzeitig ein zweifelhaftes Vergnügen ist, wenn MANN/FRAU sich diese „Frauenversteher“ oder „Männerversteherinnen“ mal genauer ansieht.

  12. -ali-

    ich hab das gefühl jappy versucht immer mehr wie facebook zuwerden was meint ihr ?

  13. Angel

    Mir solls egal sein, aber viele wollen es nicht und das muss respektiert werden.
    Der Staat hat keine Macht über mich, das Internet oder sonst was, das wäre noch schöner wenn hier Zustände herrschen würden wie in Libyen!
    Aber wieso führt Jappy nicht „nachgewiesen echt“ Profile ein? Um ein Stempel zu bekommen das diese Profil echt ist, muss man einfach nur eine Ausweiskopie an jappy schicken, die Überprüfen das und fertig.
    Gibt mittlerweile viele die das einführen-

  14. nagler markus

    Bitte um neues bild rein machen zu könn.

  15. L_ii_S_a_x3

    Mal ehrlich:

    Jappy hat die Privatsphäreeinstellungen, die ich von keiner anderen Community kenne, auf der ich irgendwann mal angemeldet warund es jetzt nicht mehr bin. Ich habe mich bei diversen Communitys abgemeldet, weil ich es dort einfach zu unsicher fand.
    Bei Jappy habe ich zum Beispiel den Klarnamen und den Wohnort für jeden gesperrt. Mein Profilbild, den Ticker, so wie den Begrüßungstext, die persönliche Seite und alle meine Fotoalben habe ich auf die Sichtbarkeit für Freunde begrenzt.

    Und mit -Freunde- meine ich ausschließlich meine Freunde aus der realen Welt und meine Schwester, sowie meine Schwägerin.

    Ich bin nur in Jappy, um mit alten Schulfreunden den Kontakt zu halten und mit meiner Schwester ab und zu kostenlos zu schreiben.

    Aus diesem Grund bin ich der Meinung, das eine „Klarnamenpflicht“ auch gleich zusätzlich eine Verletzung der Privatsphäre mit sich bringen würde.
    Ob nun hinter irgendwelchen Usern kriminelle stecken soll mich völlig egal sein, denn ich schreibe nur mit meinen Freunden, die ich wirklich kenne und mit meiner Familie.

    Sofern mich eine fremde Person anschreibt reagiere ich einfach nicht drauf.

    LG

    L_ii_S_a_x3

  16. Muser

    Also ich in bei dieser Sache ganz klar der Meinung Pro Pseudonyme.

    Das Problem an der ganzen Sache ist doch ganz einfach: Meinungsfreiheitliche Äußerungen tätigen die meisten, wenn Sie nicht erkannt sind. Dadurch bringen die Leute den Mut auf auch Dinge zu sagen, die einfach gesagt werden müssen.

    Ich nehme mal das Beispiel des Soldaten, der an WikiLeaks geplaudert hat.
    Nungut, es hat nur indirekt was mit den Pseudonymen im Netz zu tun, aber die Wirkung bleibt die selbe: Er sitzt nun hinter Gittern, weil er bekannt wurde.

    Anonymität hilft Missstände einfach aufzudecken, ohne Gefahr zu laufen, sich selbst dafür zu benachteiligen (etwa bei Arbeitgebermissverhältnissen, politischen Themen, usw.)

    Meinungsfreiheit sollte für jeden gelten und das auch mit Möglichkeit der Geheimhaltung der eigenen Person.

    Beste Grüße,
    Muser

  17. Su_1963

    Das Pseudonym schützt nicht nur die (potenziellen) Täter, sondern auch die (potenziellen) Opfer. Außerdem schützt es die mir verbleibende Verfügbarkeit meiner Freizeit, in der ich nicht seitenweise Werbespam aus meinem Email-Eingang löschen möchte!

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