Chatten nach Zufallsprinzip

Chatten war gestern, heute ist Chatroulette. Allerdings sollte man sich da auf etwas gefasst machen. Denn beim Chatroulette werden wildfremde Menschen nach Zufallsprinzip einfach miteinander verbunden. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass man auf ganz seltsame Gestalten trifft, wie der Mann im Bärenkostüm oder der zur Unkenntlichkeit verhüllte, Piano spielende Japaner.

Bei Chatroulette besteht der Sinn darin, seine Nutzer nach dem Zufallsprinzip mit einem nicht enden wollenden Strom von Fremden zu verbinden. Dabei ist alles und das Live mit Bild und Ton. Dies gibt es mittlerweile auch textbasiert auf anderen Seiten, wie z.B. Omegle.com. Auf Chatroulette gehts nur ums gaffen. Drückt man auf Start, geht das Angestarre gleich los. Das Shuffle-Prinzip scheint aber anzukommen. Im Schnitt 20.000 Nutzer sprechen Bände.

Da wird jeder zum Voyeur. Nun könnte man meinen, dass sich die User durch den Wegfall der Anonymität an die allgemein geltende Netiquette halten würden, anstandshalber. Aber weit gefehlt. Offenbar fallen da alle Hemmungen und man landet nicht selten bei nackten Verbindungsstudenten oder anderen Verrückten. Manchmal hat man aber auch Glück und kann sich mit jemanden ganz normal unterhalten.

„Einen neuen Menschen zu treffen, ist auf eine archaische Weise spannend. Alle Aufmerksamkeit konzentriert sich für eine Nanosekunde, um abzuschätzen, ob die Kreatur, die man vor sich hat, das eigene Leben ändern wird“, schrieb das New York Magazine. Eine eigenartige Faszination!

Quelle: süddeutsche.de

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