Wer daddelt, wird eingestellt

Da soll mal einer sagen, dass Daddeln einen nicht weiterbringt. Unternehmen haben die Online Spiele für die Personalsuche für sich entdeckt. Jochen Mai hat auf Zeit.de beschrieben, wie es geht. „Mit den kostenlosen Online-Spielen beschäftigen sich heute Millionen Mitglieder in sozialen Netzwerken und verdaddeln dort ihre Zeit. Sozial heißen die Spiele aber auch deshalb, weil sich die Nutzer beim Basteln an virtuellen Teslaspulen oder Fluxkompensatoren zum Teil gegenseitig unter die Arme greifen müssen, Cyber-Projekte gemeinsam stemmen oder miteinander chatten.“

Bei Fliplife beispielsweise, wo sich nur knapp 6 Monate nach dem Start bereits über 150.000 User tummeln, können sich die User in einer Lebensimulation ihren Traumjob zusammenbasteln. „Wir versuchen das echte Leben nachzubilden, in allen denkbaren Facetten“, sagt Evsan. Doch das stimmt nicht ganz. Künftig soll der Wechsel auch in der Gegenrichtung stattfinden: Fliplife ist nicht nur ein soziales Spiel, es ist ein virtuelles Assessment Center. Und immer mehr Unternehmen wollen das nutzen.“ Bayer mache das wohl schon. Mit steigendem Level des Alias-Ich’s werden auch die Projekte immer komplexer und teilweise müssen sich die Spieler andere Spieler zur Hilfe suchen.

„Die Spieler müssen Teams bilden, um ihre Aufgaben zu absolvieren, dringen dabei tiefer in die Strukturen der künstlichen Unternehmen vor und beschäftigen sich intensiver mit deren realen Berufsbildern.“ Das könnte dann auch bald dazu führen, dass Unternehmen die Spieler direkt anschreiben inklusive eines Jobangebotes.

„Anfang März soll die digitalen Niederlassung von Siemens auf Fliplife eröffnen. Weitere zehn deutsche Konzerne stehen mit den Kölnern bereits in Verhandlung.“ Nicht nur Fliplife weist steigende Wachstumsraten an, sondern auch andere Social Games, wie zum Beispiel das britische Unternehmen Playfish oder US-Vorbild Zynga. Selbst zu Spendenzwecken werden diese bereits genutzt. So konnte man seine virtuallen Produkte gegen echte Spenden eintauschen.

„Alle paar Minuten ein Erfolgserlebnis – mit diesem Rezept sollen die Spieler bei Laune gehalten und aus dem flotten Zeitvertreib ein lukratives Geschäftsmodell werden. Die meisten Social Games lassen sich nebenbei spielen, machen wenig Mühe und erfordern anfangs nur wenig Konzentration.“

Wenn denn jetzt noch die Personalmanager auf solche Strategien zurückgreifen, werden es sicher noch ein paar mehr Spieler werden.

Quelle: Zeit.de

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