Baron Münchhausen im Internet

Das 8. Gebot lautet: „Du sollst kein falsches Zeugnis von dir geben wider deinem Nächsten.“ Kurz gesagt: Du sollst nicht lügen. Die scheint aber im Social Net aber verpönt zu sein. Ein bisschen flunkern gehört fast zum guten Ton. Aber manchmal wird aus Spaß bitterer Ernst. Auf einmal werden Profile erfunden oder gehackt. In einem besonders gemeinem Fall, wollte sich ein Freund über ein Chatprogramm von Bekannten Geld leihen. Über Paysafecards schien das auch ganz einfach. Was die Internetfreunde nicht wussten war, dass sie es mit einem Betrüger zu tun hatten, der die Internetdaten besagten Freundes ausspioniert hatte und sich dieser bediente.

Natürlich geht es aber nicht immer um Geld. In Social Networks gibt es zahlreiche Fake-Identitäten. Betrüger nutzen laut Günther Ennen, Leiter der Sicherheitsberatung beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn, das Vertrauen aus, das viele Nutzer von Communitys an den Tag legen würden. „Man liest mittlerweile nahezu jede Woche, dass ein Missbrauch von Accounts erfolgreich war“, sagt er. Oftmals appellieren solche Betrüger an die Hilfsbereitschaft der vernetzten Freunde. Ratsam ist es dann, mit dem betreffenden Freund außerhalb des Netzwerks Kontakt aufzunehmen, um den Sachverhalt eindeutig zu klären, um Betrug zu vermeiden.

Nicht immer nehmen Betrüger andere Identitäten an, sondern sie erfinden auch mal gerne völlig neue Personen. Vorsichtig sollte man daher bei Personen sein, die nur sehr wenig von sich preisgeben. Besonders bei Fotos. „Bei extrem attraktiven Kontakten, die auch auf Nachfrage keine weiteren Fotos von sich zeigen, handelt es sich oft um Fakes“, warnt Felicitas Heyne, Diplom-Psychologin von der Initiative SaferDating aus Herxheim in der Pfalz. Weiterhin rät sie: „Gibt der Kontakt zum Beispiel an, in Leipzig zu wohnen, kann mir aber keine Weggeh-Tipps geben, ist das verdächtig. Und natürlich ist es sinnvoll, im Internet zu suchen und zu schauen, was man so über seine neue Bekanntschaft findet.“
Allerdings: „Fallen Leute darauf rein, schämen sie sich meist zu sehr, um Anzeige zu erstatten“.

In den meisten Sozialen Netzwerken stehen bereits Meldefunktionen zur Verfügung, mit denen dann vermeintliche Fake-Profile melden kann. Allerdings geht es nicht bei jedem Fake-Fall um böse Absichten. Meistens geht es darum, sich selbst in ein besseres Licht zu rücken und vielleicht sogar ein wenig Macht über andere zu haben. Manchmal ist ein bisschen Spannung ja ganz gut, solange es im angemessenen Rahmen bleibt.

Quelle: süddeutsche.de

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