Kann die Generation 2.0 eigentlich noch offline sein?

Wenn die sogenannte Generation 2.0 etwas wissen möchte, schlägt sie nicht mal eben den schweren Brockhaus-Band im Bücherregal auf, sondern gibt ihre Fragen direkt in die Suchmaske bei Google ein. Ein Wort, das sich etabliert hat: es wird gegoogelt. Egal, ob es sich um Produktrezensionen, Statements der Industrie und Politik oder die moderne Brieffreundschaft handelt. Alles wird heute elektronisch erledigt, im Social Network.

Realtime Kommunikation ist das Stichwort und wird mehr als ausgelebt. Creative Director Jürgen Nerger fragte im Rahmen der Social Media Week in Berlin: „Jeder könnte offline leben, aber warum sollte er?“ Das Internet ist nicht mehr weg zu denken. Blogger Sachar Kriwoj (massenpublikum.de) erklärt:  „Unsere Eltern sind auf die Straße gegangen. Unsere Straße ist das Netz.“

Ganz so martialisch geht es nicht überall zu, dennoch hat sich das Web bei der jungen Generation und bei denen, die sich dazu rechnen, zu einem zentralen Bestandteil des Lebens entwickelt. Besonders für Information und Organisation besitzt es enorme Relevanz. Das Internet lebt von seinen Usern und diese bestimmen es mit. Weltweit produzieren allein 950 Millionen Mitglieder die zehn größten Netzwerke mit und verändern die heutige Gesellschaft immer mehr. Die Verbraucher und die Communitys erhalten dadurch einen besonderen Stellenwert und geraten auch immer weiter in den Fokus von Marketing und Industrie.

Aber wie sieht es bei den Machern und den Personen hinter solchen Netzwerke aus?  Warum und vor allem wieviel Raum nimmt das eigene Produkt im Privatleben ein? Das Beispiel der Bürocrew von Jappy zeigt, dass Jappy für sie nicht anders ist als für das Gros der anderen Benutzer auch. Es ist  nicht nur Produkt, sondern hat einen festen Platz im Leben. So werden die Galerien für den Austausch der aktuellen Schnappschüsse und Urlaubsbilder verwendet, Flogs für Sehenswertes und ohne Einladungen im Terminkalender findet kaum ein kollektives „Futtern“  in der Firma statt. Viele aus dem JappyTeam haben auch mittlerweile ihren kompletten Freundeskreis zu Jappy mitgebracht;  Freundes-Migration, wie es der Serverguy ausdrücken würde. So laufen die meisten Verabredungen zum Weggehen im Bekanntenkreis oder Smalltalk über die Social Media Plattform.  Auch kann man seiner Tätigkeit nachgehen, ohne dabei sein Freunde zu vernachlässigen, da man diese stets um sich herum hat, was für viele Berufstätige wohl auch eines der Hauptaugenmerke ist . Die Frage nach dem Warum stellt sich somit kaum, denn das Social Web beziehungsweise Jappy macht vieles einfacher, komfortabler und flexibler.

Wo viel Licht ist, ist aber auch viel Schatten und es tun sich Kritiker auf, die die Frage nach dem Reallife stellen – dieses käme in vielerlei Hinsicht zu kurz. Zwischenmenschliche Beziehungen würden heutzutage im Web ausgelebt und verlören daher an Substanz und seien oftmals nur oberflächlich . Fakt ist, dass es über das Internet ja auch wesentlich einfacher ist  mit anderen in Kontakt zu treten. Aber wie viel Bestand haben solche Beziehungen? Wie viel ‚Reallife’ hat die Generation 2.0 heute noch und lässt sich der Computer einfach so abschalten und aus dem gewohnten Leben ausblenden? Was ist Eure Meinung dazu?

Quelle: welt.de

Eine Reaktion zu “Kann die Generation 2.0 eigentlich noch offline sein?”

  1. ilka

    Naja … heut zu tage wird es uns damit doch auch wesendlich leichter gemacht …also warum dann nicht auch nutzen ?!

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